Petersilienwurzel - Unterschätzte Aromabombe

Die Petersilienwurzel, auch Wurzelpetersilie oder Knollenpetersilie genannt, wird fälschlicherweise oft mit dem Trend-Gemüse Pastinake verwechselt. Dabei besitzt sie doch ganz eigene Qualitäten und befindet sich damit auch langsam aber stetig auf dem Vormarsch. Wir stellen euch das Wurzelgemüse, das schon bei den alten Römern überaus beliebt war, ganz genau vor.
 
Als typisches Wintergemüse kommt die Petersilienwurzel ab Ende Oktober frisch auf unsere Wochenmärkte. Ursprünglich wurde sie hauptsächlich im gemäßigten Klima von Mittel- und Nordeuropa angebaut. Heute wird sie weltweit geschätzt und gezogen. Das Wurzelgemüse weist unterschiedlich lange und starke Formen auf, wobei vorwiegend zwischen der halblangen (12 cm) und der langen Petersilienwurzel (22 cm) unterschieden wird. Alle Sorten sind weiß und laufen nach unten hin kegelförmig spitz zusammen.
 
Das sind doch Pastinaken. Nö!

Das klingt jetzt aber alles sehr nach Pastinake? Richtig, aber wir haben dir hier die wichtigsten Unterschiede der nah verwandten Gemüsesorten gesammelt: Auseinanderhalten kannst du die Wurzelgemüse zum Beispiel durch ihre Größe: Während die Petersilienwurzel etwa drei bis fünf Zentimeter dick und rund 20 Zentimeter lang ist, kommt die Pastinake meist auf die doppelte Länge und ist im Kopfteil auch deutlich umfangreicher. Noch deutlicher merkst du den Unterschied aber im Geschmack: Pastinaken haben ein eher nussig-würziges Aroma. Die Petersilienwurzel dagegen schmeckt so, wie es ihr Name schon ankündigt: nach Petersilie.
  Die Petersilienwurzel enthält viel Wasser, aber wenig Fett und Kohlenhydrate. Pro 100g hat sie damit gerade einmal 20 Kilokalorien und kann mit besonders vielen Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalzium, Natrium und Eisen aufwarten. Neben Vitamin A und diversen B-Vitaminen überrascht die Wurzel vor allem durch ihren hohen Vitamin-C-Gehalt, der beim Verzehr von einer Portion mit 200 Gramm unseren täglichen Bedarf bereits zu über 80 Prozent deckt. Ihr intensiv würziges Aroma verdankt die Petersilienwurzel übrigens ätherischen Ölen, die das Gemüse außerdem besonders gut bekömmlich machen und unter anderem die Funktion der Nieren unterstützen.
 
Aromabombe, Allroundtalent und Sellerie-Alternative

Viele kennen das Wurzelgemüse nur als Beiwerk im Suppengrün, es kann kulinarisch aber noch viel mehr als nur Brühen und Suppen aufzupeppen. Sein kräftiger Geschmack bringt eine süßliche Note in dein Essen und ist dabei deutlich aromatischer als die Blattpetersilie. Egal ob als Gemüsebeilage zu Fleisch oder Fisch, als Salat, Suppe, Gratin, Auflauf, Püree oder in Soßen und Dips - das Wurzelgemüse überzeugt als spannender Geschmacksträger in vielerlei Gerichten und kann dabei roh, gebacken, gekocht oder gebraten verarbeitet werden. Wird das Gemüse roh gegessen, erkennst du einen leichten Geschmack von Sellerie, der nach dem Braten oder Dünsten aber verflogen ist.
Mit dem Sellerie hat die Petersilienwurzel auch eine Gemeinsamkeit: Sie harmoniert ebenso wunderbar mit Karotte und Zwiebeln. In Kombination mit den beiden bildet sie als “Sofritto” oder “Mirepoix” die Grundlage vieler italienischer und französischer Schmorgerichte und Saucen. Generell ist die Petersilienwurzel eine aromatische Alternative für diejenigen, die gegen Sellerie allergisch sind. Die Petersilienwurzel lässt sich außerdem sehr gut mit Kartoffel, Kürbis, Erbsen, Linsen oder Spinat kombinieren. Du solltest aber unbedingt einmal den Versuch wagen und sie zusammen mit Mandarinen, Mango, Avocado oder Apfel servieren.

Kurioses Petersilienwurzel-Know-How

  • Schon die Römer wussten um die wertvollen Inhaltsstoffe der Petersilienwurzel und gaben sie den Gladiatoren als Kraftnahrung

  • Karl der Große soll ihren Anbau wegen ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wie Kalzium, Eisen und Vitamin C sogar per Dekret befohlen haben

  • In höherer Dosierung kann Wurzelpetersilie bei schwangeren Frauen wehenauslösend wirken. Was im August bei 36 Grad und 5 Tagen nach dem geplanten Termin ja auch durchaus mal nützlich sein kann :-).

 

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