Oregano – der "Schmuck des Berges"

Der im Lateinischen „Origanum vulgare“ genannte Oregano ist ein Heil- und Würzkraut, dessen ursprüngliches Heimatgebiet die Mittelmeerregion ist. Das Kraut zählt zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) und fühlt sich in der heißen Sonne Südeuropas besonders wohl, da er dort sein typisches Aroma vollstens entfalten kann. Das typisch mediterrane Gewächs ist mittlerweile in ganz Mitteleuropa, Nordamerika, sowie in einigen Teilen Vorderasiens zu finden. Die Pflanze zählt zu einer der artenreichsten Kräuterfamilien und ist Teil einer botanischen Unterfamilie (Nepetoideae), zu der auch der Basilikum, Lavendel, Minze, Salbei und Thymian gehört.

Majoranartig mit herb-pfeffriger Note

Der Oregano ist eine typisch krautige Pflanze, die mehrjährig und ausdauernd ist. Die Pflanze wird bis zu 65cm hoch und bildet eiförmige, spitz zulaufende und fein behaarte grüne Blätter aus, die meistens eine Länge von etwa 4cm aufweisen. Die auffällige Unterseite der Blätter zeigt eine starke Blattaderung. Zudem trägt der Oregano in der Zeit zwischen Juli bis September typische kleine Lippenblüten aus, die hauptsächlich weiß bis hin zu rosa gefärbt sind. Geschmacklich lässt sich die Pflanze in Gewürzform als fein-bitter und majoranartig beschreiben, mit einer herb-pfeffrigen und einer natürlich süßen Note. Durch die Trocknung der Pflanze wird der Geschmack des Oregano deutlich intensiver und der aromatische Geschmack kommt besonders zur Geltung.

Bakterienkiller und Geburtshelfer

Zu den Hauptinhaltsstoffen, die eine arzneiliche Wirkung aufweisen, zählen vor allem die Gerb- und Bitterstoffe, sowie die ätherischen Öle der Pflanze. Hier ist vor allem Thymol, Carvacrol, Cymol und Borneol zu nennen. Außerdem sind Harze, Limonen, Ocimen, Phenole, Terpinen und das Vitamin C enthalten. Dank seiner wichtigen Bestandteile gilt der Oregano als exzellenter Bakterienkiller. Er wirkt allgemein appetitanregend, antibakteriell, schleimlösend und verdauungsfördernd. Bereits im Mittelalter und schon in der Antike wurden dem Oregano zahlreiche Heilkräfte zugemessen und kam vielseitig zum Einsatz: Beispielsweise konnte sich die Frauenheilkunde seinen Eigenschaften bedienen, um die Geburt einzuleiten. Äußerlich konnte der Oregano eingesetzt werden, um bei entzündlichen Hautproblemen Abhilfe zu leisten, oder um Juckreiz zu lindern und Wunden zu behandeln. Auch heute können Tinkturen aus Oregano noch zum Einsatz kommen, um fettige, unreine Haut zu behandeln. Doch auch innerlich wurde die Pflanze verwendet um verschiedenste Beschwerden zu versorgen. In Form von Saft oder vermischt mit Rotwein half das Kraut durch seine entkrampfende Wirkung bei Magen-Darm-Probleme, aber auch bei Husten oder Erkrankungen der Luftröhre fanden die Gemische ihre Anwendung. 
Vor allem das Oregano-Öl ist heutzutage äußerst beliebt, da seine Heilwirkungen im Vergleich zu anderen Kräuterextrakten als die wirkvollsten und besten gelten. Die antiseptisch wirkenden Stoffe Thymol und Carvacrol können gegen Darmbeschwerden wirksam sein, indem sie für eine hefepilzfreie Darmflora sorgen. Auch bei Ekzemen, Erkältungen und bei Warzen kann durch den Einsatz von Oregano-Öl eine gute Wirkung zur Heilung erzielt werden.

Quer durch die internationale Küche

Gemäß der warmen Herkunft des Oregano kommt der am häufigsten in mediterranen Gerichten Verwendung. Das würzige Kraut mit dem leicht bitteren, sehr aromatischen Geschmack ergänzt hervorragend italienische Gerichte, wie Pizza, Tomatensugo und -suppen und Bohnensuppen.  Das Kraut passt zu vielen mediterranen Kräutern, wie Rosmarin, Salbei und Lavendel.  In Spanien und Lateinamerika wird der Oregano dazu verwendet Fleischragouts, Braten und überbackenes Gemüse zu verfeinern. Bei den Griechen wird die Pflanze beispielsweise bei der Zubereitung von Moussaka, Souvlaki, Hackfleischgerichten und Fisch verwendet. In den USA wird das Kraut für die Verfeinerung von Tacofüllungen, Burritos, Bohnengerichten und Chili con carne genutzt. Der Anwendungsbereich des Oregano in der Küche ist breit gefächert. Er wird zudem gerne mit scharfen Speisen kombiniert und ist deshalb in der mexikanischen Küche sehr beliebt, wo er mit Chili, Kreuzkümmel, Knoblauch und Zwiebeln kombiniert wird. Man sollte aber darauf achten nicht zu viel Chili zu verwenden, da dieser brennende Geschmack die Aromen des Oregano überdecken würde.

Kurioses-Oregano-Know-how

  • Sobald die Wurzeln des Oregano geteilt und danach neu eingepflanzt werden, wechselt die Pflanze ihre Blütenfarbe. Diese Eigenheit gilt unter Pflanzenliebhabern als wahres Phänomen

  • Der Name des Krauts ist griechischen Ursprungs  („oros granos“) und bedeutet „Freude oder Schmuck des Berges“

  • Man kann das Kraut hierzulande züchten, aber es wird nie so intensiv duften wie am Mittelmeer

  • Es gibt einen sogenannten Roten Tee aus getrockneten Oreganoblättern. Dieser lindert Atemwegserkrankungen, Durchfall, Harnwegsinfektionen, Muskelkrämpfe und Menstruationsbeschwerden. Täglich sollte man jedoch nur zwei Tassen davon trinken.

 

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